Die Nacht

Es ist Nacht.Ich bin aleein zu Haus.Ich sitze hier mit meiner Zigarette und schaue zum Fenster hinaus.Gern würde ich in einen klaren Sternenhimmel blicken,aber hier sind keine Sterne,nur die Straßenlaternen und die Beleuchtung der Firma und des Supermarktes.

Die nacht,die ist so wundervoll,sie ist so friedlich.Die ganze Stadt wird von ihrer dunklen Schönheit bedeckt.Der Tag ist hektisch,laut,jede Sekunde passiert etwas Anderes.Die Nacht hingegn bringt Ruhe,sie ist so absolut.Jeder Tag kann anders sein,die Nacht aber ist jedes mal dieselbe: Dunkelheit und Stille.Es liegt eine faszinierende Magie in ihr.

Genau das ist es wovor ich Angst habe,denn diese Dunkeleit und Stille bringt zugleich die Einsamkeit.Wenn du neben einem geliebten Menschen einschlafen kannst,ist es das größte Glück auf erden.Wenn du aber schlaflos und einsam in deinem Zimmer sitzt,gibt es keine größere Qual als diese.

Zu diesen schlaflosen Unglücklichen gehöre ich und diese Tatsache bringt mich um den Verstand.Ich sitze also hier und frage mich: Wann schlafe ich ein? Werde ich vorher kotzen müssen? Werde ich mich vorher noch verletzen? Vielleicht habe ich ja auch Glück und vor lauter Erschöpfung schaffe ich es einzuschlafen oder ich zwinge mich selbst der Versuchung zu widerstehen,mir selbst Schaden beizubringen.

Die Nacht ist so wundervoll und zugleich gefährlich,denn ihre Dunkelheit und Stille verbirgt alles.Ich kann mir selbst so viel antun,wie ich will,die Nacht bleibt meine einzige Zeugin und ich weiß,sie wird ihr Schweigen niemals brechen.Wenn die Sonne am nächsten Tag wieder aufgeht,scheit es,als wäre Alles beim Alten.

Meine größte Angst aber ist,wie weit ich das Schweigen der Nacht noch ausnutzen werde.Das Kotzen wird immer häufiger,die Schnitte immer tiefer und ich weiß nicht,ob ich irgendwann den letzten Schritt wage und das Schweigen der Nacht zu einem tödlichen Schweigen mache.

19. August 2003   (17 Jahre)

Damals waren Sommerferien.Ich war allein zu Hause während mein Vater und meine Schwester meine Großeltern besucht haben,ich wollte nämlich nicht mit.Ich hab quasi meine damalige Lebenssituation analysiert und zu Papier gebracht.Hätte ich damals gewusst,dass mein Vater und meine Schwester 3 Monate später bei einem Autounfall ums Leben kommen würden,hätte ich die Sommerferien bestimmt mit ihnen zusammen verbracht und wäre nicht alleine zu Hause geblieben.